Gründerzentren vernetzen maritime Traditionalisten und digitale Start-ups

Hamburg/ Rostock, 29. März 2017. „Mit der Digitalisierung verschiebt sich die ökonomische Machtbalance zwischen einzelnen Unternehmen und Wirtschaftszweigen. Neue Wettbewerber aus der Datenindustrie kommen zusätzlich zu den traditionellen Unternehmen der maritimen Wirtschaft auf den Markt“, sagte Dr. Wolfgang Blank, Vorsitzender der IHK Nord. In Zukunft werde entscheidend sein, wer über die relevanten Daten verfügt, sie auswertet und hieraus neue Geschäftsmodelle ins Leben ruft.
Dabei richte sich das öffentliche Augenmerk nach Meinung der IHK Nord zu sehr auf die globalen amerikanischen Internet-Konzerne. „Das in Deutschland vorhandene Potenzial wird oft unterschätzt oder gar nicht wahrgenommen“, so Dr. Blank. Die Unternehmen der maritimen Branche sollten sich noch stärker mit dem Know-how der heimischen Digitalspezialisten vernetzen.
„Wir sehen Möglichkeiten bei der gezielten Förderung von Start-ups, die die traditionellen Geschäftsmodelle der maritimen Wirtschaft mit den Möglichkeiten der digitalen Welt verbinden“, sagte der IHK Nord-Vorsitzende. Dabei müsse an den Standorten der maritimen Wirtschaft die Förderkulisse für junge ansiedlungswillige Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft weiter verbessert werden. Zudem seien die alteingesessenen Betriebe aus dem maritimen Cluster gefordert, sich stärker mit den Start-ups zu vernetzen und auszutauschen.
Dr. Blank verweist auf das im Rotterdamer Hafen aufgelegte Projekt „PortXL“: Dort habe die Port Authority zusammen mit im Hafen ansässigen Unternehmen ein Gründerzentrum bereits aufgebaut. Ziel sei es, hafen- und logistiknahe Geschäftsmodelle zusammen mit Existenzgründern und Mentoren zu entwickeln. Ein solches Modell mit dem Schwerpunkt Digitalisierung könnte ein Beispiel für die maritimen Unternehmen hierzulande sein.
Neben dem Aufbau von Gründerzentren fordert die IHK Nord in ihrem Diskussionspapier, den Breitbandausbau in den Seehäfen zu beschleunigen. Dazu müssten die Küstenländer beim Bund entsprechende Fördergelder beantragen und abrufen. Auch bestehende Lücken bei den Mobilfunknetzen in den deutschen Seerevieren seien zügig zu schließen. Zudem sollten die Seeschiffs- und Schiffsbauregister stärker digitalisiert und auf den elektronischen Rechtsverkehr umgestellt werden.
Die Digitalisierung der maritimen Branche bildet den thematischen Kern bei der diesjährigen Nationalen Maritimen Konferenz in der Handelskammer Hamburg. Das Diskussionspapier der IHK Nord steht zum Download auf der IHK Nord-Homepage unter www.ihk-nord.de bereit.
Die IHK Nord ist der Zusammenschluss 12 norddeutscher Industrie- und Handelskammern aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Sie vertreten knapp 700.000 Unternehmen in Norddeutschland und stützen sich auf rund 20.000 ehrenamtlich engagierte Unternehmer. Arbeitsschwerpunkte sind die Maritime Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Infrastruktur und Seeverkehr, die Energie- und Industriepolitik, der Tourismus, die Ernährungswirtschaft und die Außenwirtschaft. www.ihk-nord.de.
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