Konjunktur zu Jahresbeginn 2017: Starker Start ins neue Jahr

Rostock, 7. Februar 2017. Die Unternehmen im Bezirk der IHK zu Rostock sind mit viel Schwung in das neue Jahr gestartet. Aktuell schätzt mehr als die Hälfte der Betriebe die eigene Lage als „gut“ ein. Auch in der Bewertung der Aussichten für die nächsten zwölf Monate übertreffen die optimistischen die skeptischen Einschätzungen deutlich. Der IHK-Konjunkturklimaindex* steigt im Vergleich zur Herbstumfrage auf sehr gute 128 Punkte. Damit liegt der Index 16 Punkte über dem langjährigen Durchschnitt. Zu diesen Ergebnissen führte die Auswertung der Antworten von 213 Unternehmen im Rahmen der Konjunkturumfrage der IHK zu Rostock im Januar 2017.
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Optimismus für 2017

Zu Jahresbeginn stellt sich die aktuelle Geschäftslage der Firmen ausgesprochen positiv dar. Die Logistikbranche, die Dienstleister und das Gastgewerbe erreichen die ausgezeichneten Werte der Vorumfrage. Auch in der zuletzt schwächeren Industrie zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Damit einhergehend ist das Verarbeitende Gewerbe besonders optimistisch für das noch junge Jahr 2017: dominierten noch im Herbst die pessimistischen Stimmen, so kehrt sich das Verhältnis im Januar um. Sehr zuversichtlich blickt auch der größte Wirtschaftszweig des IHK-Bezirks in die nähere Zukunft: 95 Prozent der Dienstleistungsbetriebe erwarten für 2017 bessere oder gleich bleibende Geschäfte. Das Gastgewerbe und die Einzelhändler bestätigen ihre überwiegend zuversichtlichen Zukunftseinschätzungen der Vorumfrage. Lediglich das Verkehrsgewerbe und der Großhandel blicken etwas zurückhaltender in das neue Jahr.
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Investitionszurückhaltung bedenklich

Die sehr optimistischen Zukunftseinschätzungen der Befragten schlagen sich nicht in den Investitionsplänen der Unternehmen nieder. Der Anteil der Firmen, die in den kommenden zwölf Monaten mehr investieren wollen, liegt mit 19 Prozent nur knapp über dem Anteil der Betriebe mit verringerten Investitionsbudgets. Die schwach ausgeprägte Investitionsneigung lässt sich nicht auf das Finanzierungsumfeld der Unternehmen zurückführen. Dieses wird von den Betrieben als sehr positiv beschrieben. In Anbetracht des historisch niedrigen Zinsniveaus berichtet eine große Mehrheit der Befragten von verbesserten Kreditkonditionen und damit einem leichteren Zugang zu externer Finanzierung.
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Beschäftigungspläne erholen sich

Der leichte Einbruch der Beschäftigungspläne in der Vorumfrage wiederholt sich zu Jahresbeginn nicht. Die Unternehmen im Bezirk der IHK zu Rostock planen die Beschäftigung verhalten auszubauen. Der Fokus der Betriebe liegt jedoch weiterhin auf der Sicherung ihres Mitarbeiterbestandes. Sieben von zehn Befragten planen mit konstantem Personaleinsatz und mit 15 Prozent überwiegen die Beschäftigungsausbaupläne die Personalabbauabsichten (13 Prozent) leicht. Besonders die Beherbergungs- und Gaststättenbetriebe sowie das Dienstleistungsgewerbe wollen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Die deutliche Verbesserung der aktuellen Geschäftslage in der Industrie und der wachsende Optimismus führen dazu, dass die Branche ihre negativen Personalpläne aus der Herbstumfrage deutlich korrigiert.

Fachkräftemangel dominierender Sorgenfaktor

Wie bereits in den vergangenen Erhebungen stellen die Schwierigkeiten bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter und neuer Auszubildender das schwerwiegendste Problem der Unternehmen dar. Der Risikofaktor „Fachkräftemangel“ legt noch einmal deutlich zu und erreicht mit 54 Prozent der Nennungen einen neuen Spitzenwert in der Rangfolge der erheblichen Risikofaktoren für die Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft im IHK-Bezirk. Am stärksten spüren den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern derzeit das Gastgewerbe (73 Prozent) und die Bauwirtschaft (67 Prozent).
„Die demografischen Fakten zeigen uns überdeutlich die Richtung auf. Die Zahl potenzieller Arbeitnehmer wird in den nächsten Jahren weiter sinken. Wir müssen bereits jetzt aktiv gegensteuern, damit dies nicht das Wachstum der Unternehmen in gar nicht so ferner Zukunft abwürgt“, kommentiert Peter Volkmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock, die Resultate der IHK-Konjunkturumfrage.
„Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam daran arbeiten, alle Reserven auszuschöpfen, so zum Beispiel die Erwerbsbeteiligung von Menschen über 55 Jahren und die von zugewanderten Menschen zu erhöhen. Die IHK zu Rostock engagiert sich hier bereits stark, qualifizierte Aus- und Weiterbildungsberater, eine dynamische Flüchtlingsbeauftragte und der von uns unterstützte neue „Servicepoint für Fachkräfte“ stehen den Unternehmen zur Seite.“
* IHK-Konjunkturindex: Geometrischer Mittelwert aus Geschäftslage- und Geschäftserwartungsdifferenzen der positiven und negativen Einschätzungen der Umfrageteilnehmer.