Checkliste für den Einstieg ins Internet

Erster Schritt: Erfahrungen sammeln
  • Das Internet wird überwiegend als Informations- und Kommunikationsmedium eingesetzt. Dabei zählen E-Mail-Kommunikaion, Informationsbeschaffung und Online-Banking zu den wichtigsten Anwendungen für Unternehmen. Machen Sie sich also vertraut mit dem Medium, den spezifischen Regeln und der Nutzungsweise. Was finden Sie über Ihre Branche oder Ihre Konkurrenten, wie stellen sich Lieferanten und Kunden im WorldWideWeb (WWW) dar? Welche Angebote gibt es bereits? Womit würden Sie eine Lücke füllen? Wie anwenderfreundlich sind die Webseiten der Konkurrenz gestaltet? Sehen Sie Ansätze für Kooperationen? Finden Sie virtuelle Marktplätze, die für Sie interessant sind?
  • Informieren Sie sich in Veranstaltungen (z.B. vom E-Business-Lotsen MV c/o IHK zu Rostock) oder bei Ihrem Branchenverband. Lesen Sie einführende Literatur und Zeitschriften. Es gibt auch kostenlose Broschüren, z.B. beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Wie finden Sie einen Internet-Provider?
So erhalten Sie einen Domain-Namen
  • Beantragen können Sie eine Internet-Adresse (auch URL genannt) bei der DENIC Deutsches Network Information Center, www.denic.de, DENIC eG - DENICdirect, Frankfurt am Main. Günstiger gibt es die Domains i.d.R. über jedes Mitglied der DENIC eG. Seriöse Provider bieten Ihnen die Möglichkeit die unterschiedlichsten Domain zu reservieren.
  • Sind Sie überwiegend in Deutschland aktiv, bietet sich die Endung .de (Top-Level-Domain für "Deutschland") an, also www.meinefirma.de. Sind Sie international tätig, sollten Sie sich auch die Endung .com (Top-Level-Domain für "kommerzielle Unternehmen") zulegen, also www.meinefirma.com.
  • Sie haben ebenfalls die Möglichkeit, unter der Domain Ihres Providers aufzutreten (Subdomain). Nachteile: Sie sind schwer zu finden, beim Providerwechsel wechselt auch Ihre Internet-Adresse. Vorteil: Es ist billiger, wenn auch mittlerweile keine wesentlichen Preisunterschiede mehr bestehen. Eine Adresse sähe dann z.B. so aus: www.meinprovider.de/meinefirma oder www.meinefirma.meinprovider.de.
  • Eine Internet-Adresse muss einmalig sein. Deshalb wird Ihre Wunschadresse www.meier.de sicher nicht mehr frei sein. Doch es besteht durchaus die Möglichkeit, diesen Namen "unterzubringen", wenn Sie ihn verändern, z.B. www.meier-gmbh.de oder www.meier-online.de oder www.blumen-meier.de usw.
  • Ein gültiger Domainname besteht aus Buchstaben, Ziffern und dem Bindestrich, wobei er nicht mit einem Bindestrich beginnen oder enden darf und mindestens einen Buchstaben enthalten muss. Die Mindestlänge beträgt 3 Zeichen und die Maximallänge 63 Zeichen. Die Namen bestehender Top-Level-Domains (.org, .com, etc.) sowie deutsche KFZ-Kennzeichen sind als Domainnamen nicht zulässig. Beachten Sie auch das geltende Namens- und Markenrecht.
  • Recherchemöglichkeiten im Internet
    - www.domain-recht.de
    - www.sedo.de (Achtung: nicht vorschnell Domainadressen kaufen)
Zweiter Schritt: Umsetzung eines Web-Auftritts
Beratung und Konzept
  • Planen Sie einen Web-Auftritt, der zu Ihrer Unternehmensstrategie paßt. Erstellen Sie zuerst ein Konzept (Strategie und Zielsetzung, Zielgruppenbestimmung, Marketingmaßnahmen). Werden Sie sich darüber klar, was Sie erreichen wollen. Weitere Stichworte: Nutzen des Internetauftritts, kurz- und langfristige Kosten, interaktive Elemente, Downloads, Besonderheiten des Mediums. Entstehen Kosten durch die Anschaffung von Hard- und Software, die Schulung von Mitarbeitern etc.? Legen Sie einen Zeitplan und Zuständigkeiten fest. Welche Mindestanforderungen stellen Sie an Ihren Internet-Dienstleister? Formulieren Sie Ihr Konzept schriftlich. Notieren Sie auch die Adressen von Webseiten, die Ihrer Meinung nach für Ihr Projekt Vorbildcharakter haben (z.B. Datenbanken, Online-Shops, Funktionalität, Design). Dadurch erleichtern Sie auch das spätere "Briefing" der ausführenden Agentur und verringern Missverständnisse.
  • Denken Sie daran, dass ein Internet-Auftritt zwar Kosten und Zeit einsparen kann, das schnelle Medium Sie jedoch auch fordert. E-Mails sollten spätestens nach 24 Stunden (mit Ausnahme des Wochenendes vielleicht) beantwortet werden, aktuelle Preise und Produkt-informationen müssen umgehend "ins Netz gestellt" werden. Diesen zusätzlichen Arbeitsaufwand sollten Sie in Ihre Berechnungen einkalkulieren.
Design und Umsetzung
  • Sprechen Sie mit Multimedia-Agenturen, sog. Screen/Web/Online-Designern und anderen Full-Service-Providern. Suchen Sie sich einen Partner, der Erfahrungen hat, die Ihren Erfordernissen entsprechen (z.B. Branchenkenntnisse, Datenbankentwicklung). Agenturen und Provider verweisen gegenseitig auf Anbieter, wenn sie miteinander gute Erfahrungen gemacht haben.
  • Regionale Internet-Dienstleister aus Mecklenburg-Vorpommern finden Sie z.B. im Internet unter der Rubrik IT-Dienstleisterdatenbank M-V vom E-Business-Lotsen
  • Gehen Sie gut vorbereitet in ein Gespräch und nutzen Sie die Erfahrungen der Agenturen, um Ihr Konzept zu modifizieren.
  • Einige Erkennungsmerkmale für einen geeigneten Partner: Referenzen, Eingehen auf Ihre speziellen Bedürfnisse, Vorbereitung seitens der Agentur in Bezug auf Konkurrenten im Internet, Branche, Markt, Hinweise auf organisatorische Veränderungen (Einbindung in betriebliche Abläufe, z.B. E-Mail-Verarbeitung, Pflegeaufwand, Einbindung ins Warenwirtschaftssystem), Realitätsbewusstsein der Agentur.
  • Empfehlung: Holen Sie sich mehrere Angebote ein!
Technische Realisation und Betrieb
  • Es ist oft sinnvoll, den Server nicht bei Ihnen, sondern direkt beim Provider aufzustellen, da dort die nötigen Kapazitäten vorhanden sind. In diesem Fall spricht man von Webhosting.
  • Wenn Sie Ihren Internet-Auftritt nicht bewerben, findet Sie niemand. Also drucken Sie Ihre Internet- und E-Mail-Adressen auf Visitenkarten, Briefpapier, in Katalogen und Anzeigen. Lassen Sie sich in alle gängigen Suchmaschinen eintragen (hier hilft Ihnen ihr Internet-Dienstleister), in Stadtinformationssysteme und Internetangebote von Verbänden. Möglicherweise lohnt es sich, in anderen Internet-Angeboten einen Werbebanner (entspricht einer Zeitungsannonce im Internet, die auf Ihr Angebot verweist) zu schalten.
Checkliste zur Vertragsgestaltung
Trennen Sie zwischen Multimedia-Agentur/Screen-Design/Programmierung einerseits und Providing (Zugang/virtueller Server) andererseits. Gut durchdachte Verträge vermeiden späteren Streit.
  • Achten Sie auf Preissicherheit und die Möglichkeit, sich ggf. kurzfristig von Ihrem Geschäftspartner zu trennen.
  • Lassen Sie sich nicht in eine Abhängigkeit von Ihrer Agentur bringen.
  • Festpreis plus Leistungspreise
  • Abweichen vom Festpreis nur nach vorheriger (schriftlicher) Ankündigung
  • Verzugsfolgen
  • Dokumentation
  • Nutzungsrechte an Ihren Internet-Seiten (lassen Sie sich bei der Abnahme Ihres Webauftritts z.B. die Seiten auf Datenträger aushändigen.)
  • Aktualisierung
  • Screen-Design/ virtueller Server: Kosten (welche Leistungen müssen extra bezahlt werden, welche sind inklusive?)
  • Softwareerstellungs- bzw. Softwarepflegeverträge können Sie als Schlagwort in Suchmaschinen eingeben. Dort werden Sie aktuelle Musterverträge finden.
Hilfreiches im Internet
  • Lexikon mit Internet-Fachwörtern finden Sie unter www.computerlexikon.com
  • Allgemeine Infos unter www.ecin.de
  • Unter www.ec-net.de können Sie auf das Wissen des bundesweit aktiven Netzwerks für den elektronischen Geschäftsverkehr zurückgreifen
  • Online-Shop-Gütesiegel für Sicherheit und Seriösität im Internet: Vertrag für das Gütesiegel "Geprüfter Online-Shop" beim EHI-EuroHandelsinstitut, Köln, anzufordern oder unter www.shopinfo.net. Eine andere Alternative wäre www.trustedshops.de.
Weitere Informationen
Der E-Business-Lotse MV, das Infobüro für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, berät kleine und mittelständische Unternehmen aller Branchen zu den Möglichkeiten des elektronischen Geschäftsverkehrs (Electronic Commerce).
letzte Aktualisierung: 10.11.2014