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STARTHILFE UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG
Basel II und Rating
Die "Spielregeln" bei der Kreditvergabe an Unternehmen werden in absehbarer Zeit grundlegend verändert. Differenzierte Bewertungssysteme für Kreditrisiken werden an Bedeutung gewinnen und größere Transparenz der Kreditnehmer erfordern.
"Basel II" sieht vor, dass zukünftig die Bonitätseinstufung eines Kreditnehmers durch Ratings das zentrale Kriterium für die Eigenkapitalunterlegung bei der kreditvergebenden Bank sein wird. Das neue Regelwerk wird höhere Anforderungen an die Kreditnehmer stellen und Auswirkungen auf die Kreditkonditionen haben.
Grund genug für alle gewerblichen Kreditnehmer, sich rechtzeitig intensiv mit dem Thema Rating zu beschäftigen, sich auf ein höheres Maß an Transparenzerfordernissen einzustellen und sich um eines besonders zu kümmern: Um ihr Rating!
Zum Thema Rating haben wir daher nachstehende Erstinformationen für Sie zusammengestellt:
1. Was Basel II bedeutet ?
2. Das prüft die Bank beim Rating
3. Wer Ratings erstellt ?
Jedes Kreditinstitut muss bei der Vergabe eines Kredites einen Prozentsatz der Kreditsumme - gewichtet mit einem bestimmten Risikofaktor - mit Eigenkapital (EK) unterlegen.
Kreditsumme x Prozentsatz x Risikofaktor =EK-Unterlegung
Nach Basel I (Baseler Eigenkapitalübereinkunft von 1988) müssen Kredite an Unternehmen pauschal mit 8 Prozent Eigenkapital durch das Kreditinstitut unterlegt werden. Bei einer Kreditsumme von EUR 1 Mio. hat der Kreditgeber damit EUR 80.000 Eigenkapital zu unterle-gen.
Diese Verfahren führte bisher zu keiner weiteren Differenzierung innerhalb der Schuldnergruppen. Es wurde ein mehr oder weniger einheitliches Zinsniveau gebildet, das die individuelle Bonität des Kreditnehmers nur unzureichend berücksichtigt. Kreditnehmer mit (sehr) guter Bonität in einem wachstumsstarken Marktumfeld zahlen heute also eher einen zu hohen, Kreditnehmer mit schwacher Bonität einen zu geringen Risikoaufschlag.
Nach Basel II sollen zukünftig die Eigenkapitalanforderungen risikonäher gestaltet werden. Die Diskussion um die im folgenden skizzierten Vorschläge sorgt schon seit einiger Zeit für Schlagzeilen. Die Reform soll frühestens 2006 greifen. Die Zeit bis dahin sollten insbesondere mittelständische Unternehmen nutzen, sich auf die "neuen Spielregeln für die Kreditvergabe" einzustellen.
Grundsätzlich sieht auch das Basel II-Konzept eine 8%ige Eigenkapitalunterlegung vor. Die gewichtenden Risikofaktoren sollen aber durch eine individuelle Risikoeinstufung (Rating) des Kreditnehmers deutlich stärker differenziert werden. Bei der o.g. Kreditsumme von EUR 1 Mio. könnte sich z.B. für ein Unternehmen mit sehr guter Bonität eine Gewichtung von 20% (damit EUR 16.000 EK-Unterlegung), für ein Unternehmen mit mangelhafter Bonität von 150% (damit EUR 120.000 EK-Unterlegung) ergeben. Damit wird sich zukünftig auch die Konditionsgestaltung der Kreditinstitute bei der Kreditvergabe wesentlich differenzierter dar-stellen.
Wer als Mittelständler von den Veränderungen profitieren will, darf nicht passiv bleiben und muss sich vor allem um eines kümmern: um sein Rating.
Das prüft die Bank beim Rating
1. Management
- Qualität der Geschäftsführung/des Managements
- Qualität des Rechnungswesens/Controllings
2. Markt/Branche
- Branchen-/Marktentwicklung
- Abnehmer-/Lieferantenstreuung
- Export-/Importrisiken
- Konkurrenzintensität
- Produkte/Sortiment
- Leistungsstandard
3. Kundenbeziehung
- Kontoführung
- Kundentransparenz/Informationsverhalten
4. Wirtschaftliche Verhältnisse
- Beurteilung des Jahresabschlusses
- Gesamte Vermögensverhältnisse
5. Weitere Unternehmensentwicklung
- Unternehmensentwicklung seit dem letzten Jahresabschluss
- Unternehmensplanung
- Ertragsplanung und künftige Kapitaldienstfähigkeit
- besondere Unternehmensrisiken
Wer erstellt Ratings?
Externes Rating:
Rating durch eine (banken-) unabhängige Agentur. In Deutschland entstanden in den letzten Jahren einige unabhängige Agenturen, die sich auf das Rating von kleinen und mittleren Unternehmen spezialisiert haben. Die führenden internationalen Agenturen, die bisher meist Großunternehmern im Zusammenhang mit Anlageempfehlungen bewerteten, haben erklärt, ihre Bewertungssysteme auf die Besonderheiten des Mittelstandes anpassen zu wollen.
Da die deutschen Ratingagenturen damit noch relativ jung sind, muss sich noch zeigen, ob sich ein Ratingansatz als deutscher Standard am Markt durchsetzen kann.
Internes Rating:
Rating durch die Hausbank. Der aktuelle Status von Basel II erkennt ausdrücklich auch die internen Ratings von Kreditinstituten an. Voraussetzung ist, dass die Kreditinstitute ihre Bewertungsverfahren von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigen lassen, die Verfahren zudem offen legen und die Ergebnisse vergleichbar machen. Dabei ist es nicht so, dass das bankeninterne Rating jetzt erst "erfunden" wurde. Banken bewerten schon seit Jahren ihre Firmenkunden, um durch diese Früherkennungssysteme Ausfallrisiken zu reduzieren. Diese Systeme basierten jedoch überwiegend auf Informationen des Jahresabschlusses.
Externes und internes Rating?
Eine faktische Notwendigkeit für ein externes Rating Ihres Unternehmens besteht, wenn Sie direkt den Kapitalmarkt in Anspruch nehmen wollen. Zudem können Sie mit einem externen Rating Ihre Bonität gegenüber Gesellschaftern, Lieferanten und Kunden dokumentieren (z.B. bei der Anbahnung und Abwicklung von Geschäften oder dem direkten Wettbewerbsvergleich).
Kreditinstitute werden jedoch bei Vorlage eines externen Ratings nicht auf die hausinternen Ratings verzichten.
Hier finden Sie Ihren Ansprechpartner in der IHK zu Rostock.

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