. .
Illustration

STANDORTPOLITIK

Temporeduzierungen im Rostocker Hauptstraßennetz werden von der Wirtschaft nicht akzeptiert

Temporeduzierungen im Rostocker Hauptstraßennetz werden von der Wirtschaft nicht akzeptiert

In einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Roland Methling und Bausenator Holger Matthäus hat die IHK die Temporeduzierungen im Rostocker Hauptstraßennetz kritisiert und eine kurzfristige Sanierung der betroffenen Abschnitte gefordert. Der Verkehrsfluss muss kurzfristig verbessert und die "Grüne Welle" umgesetzt werden.


Offener Brief der IHK zu Rostock vom 08.07.2009:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrter Herr Senator,

Erreichbarkeit und Verkehrsfluss sind wesentliche Standortfaktoren. Die Wirtschaft hat kein Verständnis für die jetzt umgesetzten Reduzierungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf großen Abschnitten des Hauptverkehrsnetzes der Hansestadt Rostock von Tempo 60 auf Tempo 50 und bei Nässe zum Teil sogar auf 30 km/h. Damit hat sich die innerstädtische Erreichbarkeit deutlich verschlechtert. Dem Wirtschaftsstandort und der Attraktivität der Innenstadt als Zentrum des Einzelhandels wird erheblicher Schaden zugefügt. Unterlassene Instandhaltung hat auf den wichtigsten Abschnitten des Verkehrsnetzes zu einem desolaten Zustand geführt.

Die IHK und ihre Gremien haben seit Jahren auf den zunehmenden Investitionsstau bei der Sanierung des Straßennetzes hingewiesen und die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für die Instandhaltung des Verkehrsnetzes gefordert, damit die Funktions- und Leistungsfähigkeit des Straßennetzes langfristig gewährleistet ist. Diese Notwendigkeit wurde bis heute ignoriert.

Der äußere und innere Tangentenring und die Zubringer sind wichtigster Bestandteil des innerstädtischen Straßennetzes. Dieses Straßennetz soll die Hauptlast des Verkehrs aufnehmen und dadurch sensible Bereiche vom Verkehr entlasten. Es muss daher im Vergleich zum übrigen Straßennetz gute Ausbaustandards aufweisen. Als Anforderung der Wirtschaft gilt für den inneren Tangentenring und die Zubringer der Grundsatz: vierstreifige Verkehrsführung und 60 km/h.

Im Rahmen der geführten Gespräche war für dieses Hauptstraßennetz eine Verbesserung des Verkehrsflusses durch Optimierung der „Grünen Welle” zugesagt. Es war weiterhin vereinbart, dass eine Änderung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 km/h auf der Straße Am Strande (L 22) nur umgesetzt wird, wenn der Verkehrsfluss nachweislich verbessert werden kann. Die vor der Umsetzung zugesagte Vorstellung der Ergebnisse dieser Simulation ist bisher nicht erfolgt.

Sowohl die verkehrspolitische Ausrichtung, insbesondere im Senatsbereich Bau und Umwelt, als auch das Herabsetzen der zulässigen Geschwindigkeit lassen an der Ernsthaftigkeit des gemeinsamen Ziels, ein leistungsfähiges Gesamtverkehrsnetz zu gestalten, zweifeln. Im Vordergrund stehen offensichtlich die Behinderung des Straßenverkehrs und vermeintliche umweltpolitische Ziele. Mit Stauerzeugung werden Lärm- und Feinstaubprobleme nicht gelöst, sondern weiter verstärkt.

Die Wirtschaft erwartet von der Hansestadt Rostock die Einhaltung der Zusagen: die Umsetzung der „Grünen Welle” und die kurzfristige Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes für das Hauptstraßennetz mit konkreten zeitlichen Vorgaben und finanzieller Untersetzung. Die betroffenen Straßenabschnitte (u.a. Straße Am Strande und Tessiner Str.) müssen noch in diesem Jahr, spätestens jedoch 2010, instand gesetzt werden. Alle Geschwindigkeitsreduzierungen sind zurück zunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Industrie- und Handelskammer zu Rostock

gez.
Wolfgang Hering
Präsident

gez.
Uwe Heiseler
Vorsitzender des Regionalen Verkehrsausschusses

 
 

DOKUMENT-NR. 33889

  • MEHR ZU DIESEM THEMA

  • ANSPRECHPARTNER

  • Telefon: 0381 338-150
  • Fax: 0381 338-109

Kontaktdaten speichern (V-Card)
  • IHK-JAHRESTHEMA 2012