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ECCOM-Electronic Commerce Center M-V (Dokument-Nr.: 10584)
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IT-Initiative M-V (Dokument-Nr.: 13756)
Externe Links
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Breitbandbeauftrager der Landesregierung M-V (Link: http://www.ego-mv.de/index.php?id=37)
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Breitbandversorgung - Alternativen für den Mittelstand
von Dr. Katrin Sobania, DIHK
Inhalt:
Viele neu gegründete Unternehmen machen ihre Standortentscheidung nicht mehr nur von dem Angebot an traditionellen Infrastrukturen abhängig. Verfügbarkeit eines schnellen Internetzugangs spielt zunehmend eine Rolle. Deutschland hat enormen Nachholbedarf bei der Breitband-Penetration, der nicht so schnell aufgeholt werden kann. Ein wesentlicher Grund ist die starke Fokussierung auf eine einzelne Zugangstechnologie - DSL.
Ein Beispiel aus dem Automobilhandel zeigt, dass fehlende
Alternativen zu DSL extreme Auswirkungen auf die Kosten haben
können: Die EDV-Anforderungen der Hersteller an die Autohäuser
haben sich gewandelt: Die frühere Kommunikation über
Offline-Anwendungen, die auf den Servern der einzelnen Autohäuser
lagen, wurde durch moderne Webanwendungen abgelöst. Um
wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen die Autohäuser eine
breitbandige Anbindung ans Internet. Dabei sind konkrete Vorgaben
der Hersteller (Leistungsfähigkeit und Sicherheit der
Infrastruktur) einzuhalten. Ist an einem Unternehmensstandort kein
DSL verfügbar, hilft oft nur eine teure Standleitung.
Doch meist benötigen kleinere Unternehmen keinen direkten
Glasfaseranschluss, der Bandbreiten ab 155 Megabit pro Sekunde
(MBit/s) ermöglicht. Für gängige Anwendungen wie E-Mailen und
Surfen im Internet reicht oft eine normale DSL-Verbindung aus. Am
Markt sind mittlerweile verschiedene Angebote, die fast alle auf
der DSL-Infrastruktur der Deutschen Telekom AG (DT AG) basieren.
Wenn dies nicht verfügbar ist, können funkbasierte Lösungen Abhilfe
schaffen. Auch bei leitungsgebundenen Infrastrukturen zeichnen sich
interessante Alternativen ab.
Digital Subscriber Line (DSL) ist in Deutschland die mit Abstand
am weitesten verbreitete Breitband-Technologie. Dabei werden über
die herkömmlichen Kupferkabel beim sog. ADSL
(Übertragungsgeschwindigkeiten sind im Downlo-ad höher als im
Upload) oder SDSL (gleiche Übertragungsgeschwindigkeiten im Down-
und Upload) Datenraten von ein bis drei MBit/s übertragen. Für
einfache Anwendungen reicht meist ein ADSL-Anschluss. Ein
SDSL-Anschluss wird notwendig, wenn große Datenmengen ins Netz
geschickt werden sollen, zum Beispiel Bau- oder Konstruktionspläne
oder digitale Fotos. Allerdings werden die Bedürfnisse
geschäftlicher Nutzer im Hinblick auf Stabilität und
Störanfälligkeit nicht immer befriedigt.
An vielen Standorten ist eine DSL-Anbindung über die bestehenden
Telefonkabel nicht verfügbar - etwa wenn diese weiter als fünf km
von einem Vermittlungsknoten der DT AG entfernt sind. Mit
zunehmender Leitungslänge nimmt nämlich die Bandbreite ab. Der
Grund: Telefonkabel bestehen aus zwei Kupferleitungen, die von
einem Kunststoffmantel umgeben sind. Dieser reicht aber nicht aus,
um die Leitungen ausreichend gegeneinander abzuschirmen, so dass es
zum "Übersprechen" zwischen den Drähten kommt und die Datenqualität
mit zunehmender Leitungslänge immer mehr leidet. Schwierigkeiten
gibt es besonders in Ostdeutschland.
Dank der neuesten Technologie ADSL2+ können die vorhandenen Kupferkabel mit bis zu 25 MBit/s nutzbar gemacht werden. Darüber ist schon heute das "Triple Play" (Internet, Telefonie ("Voice over IP" - (VoIP) und Fernsehen über ein einziges Datennetz) möglich. Künftig sind weitere Effizienzsteigerungen zu erwarten.
Die T-Com will zunächst die 50 größten Städte der Bundesrepublik mit "VDSL" (Very High Bit Rate DSL) versorgen. Mit dieser Weiterentwicklung von ADSL werden in bisherigen Glasfasergebieten Übertragungsraten bis zu 50 MBit/s möglich. Allerdings liegen 21 der betreffenden Städte in Nordrhein-Westfalen. In Ostdeutschland würden lediglich acht Städte von dem geplanten Ausbau profitieren und ein Ausbau im ländlichen Raum ist nicht in Sicht.
Vor allem Unternehmen, die stark im Wettbewerb stehen, haben im letzten Jahr den DSL-Ausbau stark vorangetrieben. Dabei sind sie auf die Infrastruktur der DT AG im Bereich der "letzten Meile" als Vorleistung für ihre eigenen DSL-Angebote angewiesen. Für die künftige Marktversorgung ist wichtig, wann die DT AG welche Vorleistungen anbietet. Kommt es beim schnellen VDSL zu keiner Einigung unter den Marktteilnehmern, ist eine zügige Entscheidung des Regulierers gefragt, um den Infrastruktur-Wettbewerb im Festnetzbereich voranzutrieben.
TV-Breitbandkabel: Multimedianetz der Zukunft
Die Kabelnetzbetreiber rüsten derzeit ihre Netze für die bidirektionale Datenübertragung auf. Zielgruppe sind vorrangig private Haushalte, aber auch kleine Unternehmen. Diese Unternehmen ließen sich relativ einfach anschließen. Für geschäftliche Nutzer werden gegenwärtig Bandbreiten bis zu zehn MBit/s im Download und fünf MBit/s im Upload angeboten. Triple Play ist auch über diese Netze möglich. Wird statt der Telefonie über Telefonkabel VoIP genutzt, kann sogar der herkömmliche Telefonanschluß komplett aufgegeben werden. Dies ist bei DSL aus regulatorischen Gründen heute noch nicht möglich.
TV-Kabelnetze sind prädestiniert für ein alternatives
Breitband-Angebot zu DSL - sowohl hinsichtlich der
Übertragungsbreite als auch der Störanfälligkeit. Gegenüber DSL
lässt sich die zugesagte Bandbreite beim so genannten Coax-Kabel,
das von einem geschirmten Kupferrohr umgeben ist, auch über weite
Strecken garantieren.
Den weiteren Netzausbau erschwert allerdings die Zersplitterung des
Netzes in verschiedene Ebenen, die sich in der Hand
unterschiedlicher Eigentümer befinden. Die Kabelnetzbetreiber haben
zu vielen Endkunden keinen direkten Zugang. Die "letzte Meile"
befindet sich oft in der Hand von Wohnungsbaugenossenschaften oder
anderen Betreibern. Diese haben aufgrund fehlender Geschäftsmodelle
an einem Netzausbau kein Interesse. Derzeit erproben die
Kabelnetzbetreiber verschiedene Übertragungstechnologien (u.a.
WiMAX), um direkt an Endkunden heranzukommen.
Totgesagte leben länger: Powerline Communication (PLC)
Gegenwärtig wird PLC in einigen Kommunen erprobt. Herkömmliche Stromleitungen werden für die Übertragung von Datensignalen genutzt. Sinnvoll ist die wirtschaftliche Nutzung in Regionen, in denen keine breitbandige Telekommunikationsinfrastruktur verfügbar ist. Auch für die Eigentümer der Stromnetze selbst, die Energieversorgungsunternehmen, ist PLC für ihre eigenen intelligenten Anwendungen interessant. So kann das Netz parallel zur Zählerfernauslesung und zur Telefonie genutzt werden.
PLC wird zur Vernetzung innerhalb von Gebäuden und zur Überbrückung der Distanz zwischen dem Endkunden dem Telekommunikationsfernnetz ("Backbone") - der "letzten Meile" - eingesetzt. Das beim Nutzer installierte Powerline-Modem sucht sich für jede Verbindung selber einen Weg durch das Stromnetz. Beim Ausfall eines Netzknotens wird selbsttätig eine neue Verbindung gesucht. Dadurch ist das Netz sehr stabil - ein Vorteil gegenüber funkbasierten Lösungen wie Wireless LAN. Man benötigt keine spezielle Zugangssoftware, ist permanent online, eine Priorisierung von Telefonie (VoIP) gegenüber dem Internet ist möglich. Erreichbar sind derzeit Bandbreiten von 1 MBit/s (symmetrisch). Schwierigkeiten können auftreten, wenn in bestimmten Frequenzbereichen durch Powerline terrestrische Rundfunkangebote gestört werden.
UMTS: schnelles Internet für unterwegs
Ist die notwendige UMTS-Abdeckung vorhanden, können Mitarbeiter mit einer UMTS-Karte im Laptop an unterschiedlichen Orten ihre E-Mails bearbeiten und auf firmeninterne Gruppenlaufwerke oder SAP-Systeme zugreifen.
Die vier Mobilfunknetz-Betreiber Vodafone, T-Mobile, O2 und E-Plus haben ca. 60.000 Basisstationen installiert und können über 50 Prozent der deutschen Bevölkerung versorgen. Ländliche Regionen blieben bislang meist außen vor. Allerdings können konkrete Bedarfe von Unternehmen flexibel in die Ausbaupläne einbezogen werden.
Die Anbieter bauen das UMTS-Netz mit Hochdruck weiter aus. Mit
Einführung des High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) können 2
MBit/s im Download und ein MBit/s im Upload erzielt werden. Es
existieren noch wenige Erfahrungswerte, wie viele Nutzer
gleichzeitig mit zwei MBit/s in einer UMTS-Zelle versorgt werden
können.
Versorgung im ländlichen Raum: WiMAX
In Gebieten, in denen Unternehmen bislang vergeblich auf eine schnelle Internetanbindung warten, können weitere funkbasierte Lösungen Abhilfe schaffen. Der Funktechnologie WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access) wird das meiste Potenzial zur Überbrückung der letzten Meile zugesprochen. Verschiedene Anbieter testen derzeit das schnelle "DSL aus der Luft" dort, wo die DT AG aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen kein Festnetz-DSL anbietet.
WiMAX ist ein Funk-Übertragungsstandard, der auf dem Wireless LAN-Standard aufbaut. Die Kosten für den Aufbau von WiMAX-Antennen entsprechen voraussichtlich denen von UMTS-Basisstationen - wobei die Funkzellen bei WiMAX wesentlich größer sind, so dass zur Abdeckung relativ großer Flächen schon wenige Funkantennen ausreichen. WiMAX eignet sich deshalb auch besonders zur Versorgung ländlicher Räume. Reichweite und Übertragungsrate hängen davon ab, wie gut die Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger ist. Für eine Sichtverbindung ist ein gewisser Installationsaufwand auch beim Empfänger notwendig - die Empfangsantenne muss gegenwärtig noch an der Außenwand oder auf dem Dach eines Gebäudes angebracht werden. Die Übertragungsgeschwindigkeit nimmt mit zunehmender Teilnehmerzahl in einer Funkzelle ab.
Experten schätzen, dass mit WiMAX bei einer Freifeldausbreitung bis zu 15 Kilometern Entfernung Bandbreiten von 10 MBit/s erreichbar sind. Innerhalb von Gebäuden beträgt die Reichweite maximal 1 Kilometer. Die Bandbreiten erlauben auch VoIP. Wegen der hohen Dienstequalität kann auf einen separaten Telefonanschluß verzichtet werden. Gegenwärtig ist WiMAX portabel einsetzbar, die Industrie arbeitet an einer vollständig mobilen Nutzung.
Das Rennen um den Markt hat begonnen. Gegenwärtig verfügen erst wenige Anbieter über Frequenzen zum WiMAX-Einsatz. Die Bundesnetzagentur hat zusätzliche Frequenzen nach dem Licencing light-Verfahren vergeben. Die künftige Marktdurchdringung wird auch davon abhängen, wie bequem WiMAX genutzt werden kann.
Satellitenlösungen eignen sich vor allem dort, wo eine hohe Unabhängigkeit von Telefon und Kabel gefragt ist - etwa auf Baustellen oder im mobilen Notfallmanagement bei der Kommunikation von Krankenwagen mit Krankenhäusern. Über Satelliten können Signale sehr gut von einem Sender an viele Empfänger gleichzeitig verteilt werden (Point to Multipoint). Deshalb werden sie auch für weltweite Mitarbeiterschulungen eingesetzt.
Satellitenlösungen lassen sich in der Regel schnell einrichten und haben eine hohe Übertragungssicherheit und Verfügbarkeit. Je nach Bedarf ist die Bandbreite jederzeit skalierbar, gegenwärtig auf bis zu 8,4 MBit/s im Upload und 18 MBit/s im Download. Die Priorisierung von Daten, Sprache und Video ist auch hier möglich, ein separater Telefonanschluß ist nicht mehr nötig.
Unternehmen können sich im Breitbandatlas der Bundesregierung (www.zukunft-breitband.de) darüber informieren, welche breitbandigen Infrastrukturen es in ihrer Region gibt. Kommunen, Wirtschaftsförderer und die IHK zu Rostock unterstützen Firmen bei Bedarf, flexible Lösungen herbeizuführen.
Der Zweckverband Elektronische Verwaltung unterstützt und koordiniert als "Breitbandbeauftrager" der Landesregierung M-V den Ausbau bisher unversorgter Gebiete.
letzte Aktualisierung: 04.01.2011
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